Archiv

Gesellschaftskonvent

Am 02. Dez 2017 von 9:00 - 17:00 Uhr wird im Kirchgemeindehaus Zürich-Enge der erste Gesellschaftskonvent der Confoedera Bodentreuhand-Gesellschaft stattfinden. 

Das Tagesprogramm kann hier heruntergeladen werden. 

 

Programm Ökonomie der Brüderlichkeit

17. bis 19. November 2017 am Goetheanum in Dornach

Das Tagungsprogramm kann hier heruntergeladen werden. 

 

Wie ermitteln wir den richtigen Preis?

Veranstaltung der Gärtnerei Käfer

Samstag, 8. Juli 2017, 14.00 – 17.00 Uhr, Seestrasse 6, 8714 Feldbach

Die Einladung kann hier heruntergeladen werden.

 

Fonds Goetheanum November 2016

Die Anliegen unseres Fördervereins wurden in der November-Ausgabe des Fonds Goetheanum thematisiert. Den Bericht finden sie hier

 

Bericht zum Arbeitstag vom 5. Nov 2016

Der Förderverein

In Zürich kamen am 5. November die Freunde des confoedera-Fördervereins und die an dessen Aktivitäten Interessierten zu einem Arbeitstag zusammen. Etwa sechzig Menschen trafen sich, um anhand von Kurzreferaten und im Gespräch über den Stand und die Weiterführung der Arbeiten dieses Fördervereins zu erfahren und diese mitzutragen. Damit nimmt seinen Fortgang, was die „Initiative Finanzkreislauf„ ein Jahr zuvor am Goetheanum mit der Tagung "Ökonomie der Brüderlichkeit" inauguriert hat. Der in der Zwischenzeit aus dieser Initiative hervorgegangene confoedera-Förderverein hat zum Ziel, die an der damaligen Tagung bewegten Ideen in die Praxis umzusetzen.

confoedera - die Namensgebung ist inspiriert durch den Föderalismus-Begriff, wie ihn der Schweizer Philosoph und Schriftsteller Denis de Rougemont fasste. Dabei geht es um das Verhältnis zwischen Individuum und Gemeinschaft – und um die Erkenntnis, dass eine Gesundung der Wirtschafts- und Finanzkreisläufe nur möglich wird, wenn diesen beiden Polaritäten in ihrem Wechselspiel Rechnung getragen wird. Geistige Grundlage der Arbeit des Fördervereins hingegen ist Rudolf Steiners Nationalökonomischer Kurs. Die dort dargestellten Zusammenhänge zu verstehen, ist das eine - davon ausgehend neue, tragfähige Formen des Umgangs mit Geld und Eigentum zu finden, das andere. Einfach ist keines von beiden.

Der Boden als Grundlage eines aktiven Kultur- und Geisteslebens

Am weitesten gediehen ist die Umsetzung bisher im Bereich von Boden und Immobilien. So befindet sich eine confoedera-Bodenstiftung in Gründung. Sie hat laut Statuten den Zweck, Erträge aus der Bodennutzung (Bodenrenten) dem freien Kultur- und Geistesleben zu spenden. Dahinter steht die Erkenntnis, dass Grund und Boden keine handelbaren Waren sind, sondern ein gemeinschaftliches Gut aller Menschen; umgekehrt trägt der Einzelne durch seine Bodennutzung Verantwortung gegenüber der Gemeinschaft und "schuldet" also der Weiterentwicklung der Welt etwas. Die Verkennung dieser Tatsache führt zu der heutigen problematischen Stauung von Kapital im Boden – Kapital, welches so einem gesunden Finanzkreislauf und damit der Allgemeinheit entzogen wird.

Nötig werden deshalb neue Formen des Eigentums- und Verfügungsrechtes: zum Beispiel ein Nutzungs-Eigentum aufgrund von individuellen Fähigkeiten und Lebensbedürfnissen anstelle von käuflichem und vererbbarem Bodenbesitz. Idealerweise würde das Rechtsleben (die Gesellschaft, der Staat, das Gesetz) dafür sorgen, dass der Boden in diesem Sinn weitergegeben werden muss. Das Gegenteil ist heute der Fall. Mit der confoedera-Bodenstiftung entsteht die Möglichkeit, auf freiwilliger Basis einen Anfang damit zu machen. Die relativ starre, undemokratische Rechtsform der Stiftung wurde deswegen gewählt, weil der Kerngedanke dauerhaft gesichert werden muss: die Unverkäuflichkeit der einmal erhaltenen oder erworbenen Grundstücke und die Widmung der Bodenrenten an das freie Kultur- und Geistesleben.

Der neue Umgang mit Boden als eine Angelegenheit aller Menschen bringt jedoch Fragen mit sich: Wer soll zuständig sein für den Zuspruch der Bodenbenützung, woraus ergibt sich die Höhe der Bodenrente, wer bestimmt deren Verteilung an Initiativen und Institutionen des freien Geisteslebens? Was davon kann innerhalb einer Stiftung befriedigend Umgesetzt werden? Bei Nutzungs-Verteilung und Festlegung der entsprechenden Abgaben stehen Bedürfnisse und Wünsche des Einzelnen den Interessen der Gemeinschaft gegenüber; eine praxisnahe Entscheidungsfindung wird hier im föderalistischen Miteinander zu suchen sein. Innerhalb des confoedera-Fördervereins wird zurzeit abgeklärt, welche Rechtsform diesen Vorgängen am besten Rechnung trägt: ein Verein, eine einfache Gesellschaft, eine Genossenschaft...

Dabei zeigt sich die Schwierigkeit, neue soziale Ideen mit den bestehenden juristischen Rechtsformen in Einklang zu bringen. Die Zuteilung der Bodenrenten an das Geistesleben soll in der Kompetenz des einzelnen, freien Menschen liegen und nicht durch eine Institution geregelt werden. Im bescheidenen Umfang wurde dies bereits am Arbeitstag durchgeführt. So wurden anonym gespendete Bodenerträge von den Anwesenden zu gleichen Teilen dem freien Geistesleben zugesprochen. Jeder konnte seinen Anteil dorthin spenden lassen wo er es für richtig hielt. Dabei trat auch die Frage ins Bewusstsein, was dieser Begriff „freies Kultur- und Geisteleben“ genau beinhaltet und was nicht.

Das Haus als Ware

Entgegen der heute üblichen Praxis werden bei confoedera die Bereiche Boden und Haus getrennt behandelt. Eine Immobilie hat – im Gegensatz zum Grundstück, auf dem sie steht – Warencharakter, als gleichsam äusserste Hülle oder Schicht unserer Bekleidung. Der hohe, nicht auf einmal bezahlbare Preis dafür ruft aber nach Möglichkeiten der gemeinschaftlichen Finanzierung; jeder Mensch hat während seiner ganzen Lebenszeit ein Recht auf angemessenes Wohnen – auch wenn er zum Beispiel als Kind oder als Rentner nicht erwerbstätig sein kann. Verschiedene Einflüsse erschweren in der Gegenwart die Erfüllung dieses Anspruchs: so die Gesetzgebung, der Missbrauch von Boden und Immobilien als Spekulations- und Renditeobjekten, oder das Rentensystem mit den in Immobilien angelegten Pensionskassen-Geldern. Durch alternative Finanzierungsformen möchte die Initiative den Haus-Erwerb solchen schädlichen Einwirkungen entziehen.

Mit der Bildung von Solidaritätsgemeinschaften auf freiwilliger Basis könnte hier in eine neue Richtung gegangen werden. Denkbar ist dabei ein Spektrum vom losen Solidaritätsverbund, welcher gegenseitige zinslose Finanzierungshilfe leistet bis zur lebenslänglichen "Wohnrechts-Garantie", gewährleistet durch einen Verbund von dafür sich verantwortlich machenden Menschen. In den Gesprächsgruppen vom 5. November zu diesem Thema traten zwei Aspekte in den Vordergrund. Erstens dürften solche Solidaritätsgemeinschaften (welche auch untereinander Kontakt und gegenseitige Hilfestellung pflegen können) nicht zu gross sein. Die zwischenmenschliche Überschaubarkeit ist Voraussetzung dafür, dass das Zweite, Entscheidende sich bilden kann: Vertrauen – Vertrauen des Einzelnen in sich selber, in sein Schicksal und in die Verlässlichkeit der ihn tragenden Gemeinschaft. Leicht ist dies gewiss nicht, doch wir können uns fragen: Sollen wir dem anonymen Finanzmarkt mit seinen seelenlosen Institutionen und Mechanismen mehr vertrauen als der Kraft, welche aus einem bewussten Miteinander von Gemeinschaft und einzelnem Menschen erwächst?

Walter Keller, 12.11.16

 

Workshop und Vortrag mit Dr. Christopher Houghton Budd

10.11.2016, Christengemeinschaft Zürich

Arbeitstagung des confoedera-Fördervereins

05.11.2016, Evangelisches Kirchgemeindehaus Zürich-Enge

Erste Schritte

September 2016

Tagung "Ökonomie der Brüderlichkeit"

20.-22.11.2015, Goetheanum Dornach

Kolloquium "Förderung sinnvoller Kapitalflüsse"

14.-15.11.2014, Rudolf-Steiner-Schule Zürich

Kolloquium der Finanzverantwortlichen der Christengemeinschaft Schweiz

2013, Goetheanum Dornach

Kolloquium "Wieviel Erde braucht der Mensch" 

2012, Theater am Neumarkt, Zürich